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Geschichte Rock OlaGeschichte Rock Ola

ROCK-OLA Manufacturing Company, Chicago, Illinois

Antique Apparatus Company, Torrance California 

Der 1897 in Manitoba(Kanada) geborene David Cullen Rockola hatte 1919 begonnen, kleine Automaten für Kaugummikugeln zu bauen. Ab 1927 baute er Personenwagen mit Münzeinwurf und kleine Spielautomaten. Nachdem er den Bedarf erkannt hatte, mietete er grössere Betriebsräume und entwickelte und produzierte nun eine grosse Zahl von verschiedenen Spiel-und Verkaufsautomaten. Durch seinen Ideenreichtum und durch harte Arbeit hatte er sich bald einen guten Ruf erworben. Das Geschäft boomte und die Produktion musste laufend gesteigert werden, um alle Aufträge erfüllen zu können. 

Der Bindestrich in den Firmennamen Rock-Ola wurde eingefügt, weil die Amerikaner Probleme hatten, den Namen Rockola korrekt auszusprechen. Angeblich soll der Firmenname später zu Namensgebung für ein Musikgenre, den Rock'n'Roll inspiriert haben. 

Bald wurden die Betriebsräume wieder zu klen. David Rockola kaufte eine alte Pianofabrik mit mehr als 55.000m2 im Norden Chicagos und hatte so Platz, um auch grössere Geräte bauen zu können. Er erwarb die Rechte an den Wechslermechanismus der Brüder Ristau ("Ristaucrat"), bzw. deren Konstrukteur Paul Smith. 1935 wurde damit der erste Musikautomat produziert. Es sollten viele weitere folgen. Besonders werbewirksam war die Installation einer Rock-Ola (Modell A) auf dem Luxusdampfer "Queen Mary" . 

Der Mechanismus hat eine grosse Ähnlichkeit mit dem Simplex-Wechsler von Wurlitzer. Er hat, ebenso wie der Simple- Mechanismus, ausschwenkbare Plattenfächer. Die gewählte Platte wird ausgeschwenkt und durch den ausfarbaren Plattenteller in die Abspielposition gehoben. Der Rock-Ola-Wechsler hat keine komplizierten Kupplungen, sondern getrennte Motoren für die Wechslermechanik und für den Plattentellerantrieb. Wegen der Ähnlichkeit wurde Rockola mit einer Flut von Patenrechtsklagen eingedreckt. Er konnte jedoch die Gerichte davon überzeigen, dass er kein Patent von Wurlitzer verletzt hatte.

David Rockola war selbst ein exzellenter Techniker und legte daher grösstes Augenmerk auf einfache, robuste und sevicefreundliche Konstruktionen seiner Geräte. Das machte sich in kurzer Zeit bezahlt. 1940 hatte der Betrieb bereits mehr als 1.500 Mitarbeiter und gehörte zu den grössten Automatenfabriken des Landes.

Rock-Ola legte nicht allzu viel Wert auf ein spektakuläres Design, es wurden sogar manchmal Details von Erfolgsmodellen der Mitbewerber kopiert. Trotzdem gab es einige Highlights wie zum Beispiel der "Light Up"-Effekt (1938) und die "Tone Columns"(1941) mit dem schlüsselformigen Schallverteiler. 1941 wurden auch die ersten so genannten "Hideaway"- Geräte für kleine Lokale, bei denen der Platz für eine normale Musikbox nicht ausreicht, gebaut. Rock-Ola war auch der einzige von den grossen amerikanischen Erzeugern, der Wandboxen produzierte. 

Wichtig waren die technischen Neuerungen. Bereits die ersten Geräte haben eine Vorrichtung, die das Spiel sofort unterbricht, wenn man versucht, den Tonarm durch Rütteln oder Stossen an den Plattenanfang zurückzubewegen und das Spiel dadurch zu verlängern. Auch der Tonarm war wesentlich leichter als bei den Mitbewerbern. Dadurch wurde der Verschleiss von Platten und Abtastnadel verringert.

Ab 1940 waren die Geräte mit einem Popularitätszähler ausgerüstet, der den Plattentausch erleichterte. Diese Vorrichtung wurde von allen anderen Erzeugern übernommen und ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil aller Musikboxen. 

Eine der wichtigsten Neuerungen war die Einführung des rotierenden Plattenmagazins. Es ermöglichte, die Plattenkapazität auf 60 und nach einer Modifikation auf 100 Stück(200 Wahlmöglichkeiten) zu erhöhen.

Von 1950 bis 1953 gab es Modellvarianten für Schellacks und für SIngles. 1954 war die Umstellung vollzogen und es gab nur mehr Single-Boxen.

Ab 1959 wurden einige Jahre die für Europa bestimmten Geräte in Deutschland gebaut. Diese sind mit eineme anderen Verstärker mit europäischen Röhrentypen und mit einem ELAC KST 103 Tonabnehmer ausgerüstet. 

David C.Rockola starb im Jahr 1993. Kurz vor seinem Tod wurde der Betrieb an die "Antique Apparatus Company" verkauft, die in Torrance, California weiterhin Musikboxen unter dem Markennamen "Rock-Ola" produziert.


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